In diesem Roman setzt sich der Afrikafreund Claus G. H. Mayer fundiert mit den Hintergründen der Bootsunglücke und des Flüchtlingsstroms aus Afrika auseinander. Einfühlsam und mit viel Herz zeigt er die Menschen hinter den nackten Zahlen aus Presse und TV. Und er spart nicht mit Kritik: Denn nur, wer versteht, was hinter dem Leid Afrikas steckt, kann helfen, es zu beenden.
[Ausschnitt]
[…] Der Junge lag auf dem Rücken. Bei näherem Hinsehen unterschied er sich wesentlich von den anderen. Selbst im Tod sah er sehr stolz aus, schön und unangreifbar. Auch war er sorgfältiger gekleidet als die anderen. Kein billiger Trainingsanzug aus China umschlotterte seinen Körper und hing formlos und nass an ihm, stattdessen schien seine Jeans sorgfältig ausgesucht. Seine recht langen schwarzen Haare umrahmten sein braungebranntes, hageres Gesicht, während er in den Himmel zu starren schien und mit einem Arm die Umhängetasche festhielt, deren Riemen ihm über die Schulter hing.
„Süden, der kommt aus dem Süden, ein Tuareg oder ein Saharaberber, auf jeden Fall stammt er aus der Wüste“, dachte Cotter.
Aber Cotter mochte sie. Sie waren zwar manchmal aufdringlich, hatten sich aber wenigstens ihren Stolz und ihr Selbstbewusstsein bewahrt - ein wohltuender Kontrast zu den oft primitiven Schleppern in den Städten. Sicher, das Ziel war das gleiche. Sie wollten verkaufen und Touristinnen kennenlernen, aber die Art der falschen Tuaregs war ihm sympathischer. In der Regel akzeptierten sie auch ein „Nein“, um dann in meist sehr gescheite und oft für beide Seiten lehrreiche Gespräche zu verfallen, die allen Beteiligten Spaß machen konnten. Keine Spur mehr von aggressivem Verkauf, die Fronten waren geklärt. Ausnahmen bestätigten natürlich die Regel.
Und Cotter sah die vielen jungen Männer in Tanger, die nichts taten, außer zu warten. Er sah, wie sich junge Männer auf der Strecke durch das Drâa-Tal nach Zagora todesmutig den Touristenautos in den Weg stellten, nur um ein Körbchen mit Datteln zu verkaufen. Er sah, wie sich die jungen Leute in einem kleinen Restaurant in El Ajoun Mühe gaben, den Eindruck von Sauberkeit und Qualität aufrechtzuerhalten. Mit dem Ergebnis, dass die Toilette geputzt wurde, bis sie fast glänzte, und einer der Köche auf den Markt fuhr, um die benötigten Zutaten für das Bestellte zu kaufen. Das Essen war hervorragend, die Toilette sauber und keine weiteren Gäste in Sicht. Mindestens fünf Beschäftigte für zwei Gäste - der Mensch und seine Arbeitskraft zählte nicht viel, dort im Süden.
- Korrektorat und Lektorat
- Teilweise Überarbeitung und redaktionelle Unterstützung
- Satz und Layout, Umschlag und Cover
- Vorarbeiten für Konvertierung in ein E-Book
- Autorenprofil und Klappentext, Metadaten für Buchhandel
- Veröffentlichung über Selfpublishing-Anbieter www.tredition.com
- Werbetexte wie Pressemitteilung, Buchvorstellung, Mailing für Multiplikatoren
- Werbemaßnahmen wie Akquirierung von Rezensionen und Lesungen
- Beratung zu bzw. Hilfe bei Marketing- und Werbemaßnahmen
- Unterstützung bei Tantiemen der VG Wort
- Verlagsakquise
https://klusiliest.blogspot.com/2024/12/tanger-transit-ein-fluchtversuch-claus.html
"Das Buch ist vielschichtig, denn es zeigt ein facettenreiches Marokko mit all seiner Schönheit, aber auch mit seinem Elend. Die Lebensgeschichte, die Cotter zusammen mit Hassan aufdeckt, hat mich nachhaltig beeindruckt, und die Bilder, Szenen und leider nur allzu realen Beispiele, die der Autor im Roman verwendet, werden mich so schnell nicht loslassen. Es ist ein fundiertes Buch, das man gelesen haben sollte, um die wahren Zusammenhänge zu begreifen. Erst dann kann man sich ein wirkliches Bild zu diesem Thema machen."
"Hast du Lust auf eine Geschichte, die zum Einen ganz real die Flucht aus Afrika darstellt und zum Anderen einem die Faszination Marokko näherbringt? Dann bist du hier genau richtig. Begebe dich mit Cotter auf die Fähre und fahre ganz nach seinem Tempo zusammen mit Hassan durch das Hinterland. Bei der ganzen tragischen Geschichte darfst du dennoch auch die schönen Ecken von Marokko kennenlernen und so hat man das Gefühl, auf einer ganz besonderen Reise gewesen zu sein. Ich empfehle jedem dieses Buch, der die Augen vor der Welt nicht verschließt und einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Flüchtlinge werfen möchte. Mich hat das Buch sofort gepackt und es bleibt mir vermutlich noch lange in Erinnerung."














