Checkliste
"Die Bestandteile eines Buches"
von Heike Thormann
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Die ersten Seiten
Es gilt: Neue Abschnitte beginnen beim gedruckten Buch oft auf der rechten Seite. (Gelegentlich eine Ausnahme: Belletristik.) Die Zählung der Seitenzahlen beginnt meist mit Seite 1 rechts. Ich zähle die Elemente von vorn bis hinten auf.
Eventuell Vortitel oder Schmutztitel: Mögliche Angaben: Name oder Nachname des Autors, Titel oder Kurzform des Titels, Verlagsname oder Verlagszeichen. (Rechte Seite, Seite 1)
Wenn Vortitel, dann als Nächstes möglich: Leerseite, Kurzbiografie des Autors oder der Autorin, Foto des Autors, andere Abbildung oder Ähnliches mehr.
Haupttitel: Mögliche Angaben: Autor, Herausgeber, Titel, Untertitel, Übersetzer, Verfasser von Geleitwort, Vorwort oder Einleitung, Textgattung („Ein Roman“), Verlag, Verlagsort, Erscheinungsjahr.
Als Nächstes möglich: Leerseite, bei Übersetzung Angaben zum Original (Titel, Erstverlag, ggf. Erscheinungsort und –jahr, Übersetzer), Widmung oberhalb des Impressums.
Impressum mit Angaben zu: ISBN, Eintrag in Deutsche Bibliothek (zwingend für alle Bücher mit ISBN; bei E-Book zweite ISBN nötig), Copyright mit Jahreszahl (üblich), Autor und Adressdaten beziehungsweise Internetpräsenz des Autors, Verlag und Verlagsort, Dienstleister wie Grafiker, Lektor, Drucker, Binder, Absatz zur Haftung, Abbildungsnachweis zum Beispiel von Cover. Impressum auch am Schluss des Buches möglich. Kleine Schrift.
Eventuell eigene Widmungsseite.
Wenn Widmungsseite, dann als Nächstes Leerseite.
Inhaltsverzeichnis: Im Idealfall ein bis maximal zwei Seiten.
Vorwort oder eigentlicher Text.
Der Hauptteil des Buches
Eventuell Vorwort: von Autor, Herausgeber oder fremdem Experten. Möglicher Inhalt: persönliche Motivation des Autors, inhaltliche Bezüge, Entstehungsgeschichte des Buches, beteiligte Personen, Danksagungen oder Ähnliches mehr.
Eventuell Einleitung oder Einführung: Stimmt kurz auf das Thema und Buch ein. Auch hier Inhalte möglich wie: persönliche Motivation des Autors, inhaltliche Bezüge, Entstehungsgeschichte des Buches. Dazu: chronologische Einordnung, Forschungsstand und so weiter.
Grundsätzliche Strukturelemente
Elemente von Satz und Layout wie:
- Überschriften und Zwischenüberschriften (Tipp: Nicht zu sehr in die Tiefe schachteln.)
- Absätze, Einzüge, Spalten
Tipps: Einheitliche Struktur entwickeln und diese konsequent im ganzen Buch beibehalten. Eher sparsam mit Farben und Formen spielen, nicht zu schrill werden. (Ausnahme: Das passt zum Inhalt.) Auf Lesefreundlichkeit achten. Bei Veröffentlichung über einen Verlag bestimmt in der Regel dieser das Layout.
Aufzählungen und Listen: Kurz und knapp Informationen sammeln oder schnellen Überblick geben. Oft übersichtlicher als ein reiner Fließtext. Z. B. als Punktliste oder Tabelle.
Merksätze bzw. Schlagworte am Rand oder im Text: Wichtige Inhalte knapp zusammengefasst, optisch herausgehoben. Sollen helfen, sich diese leichter zu merken, oder sollen schnellen Überblick geben.
Text-im-Text-Kästchen: Größer als die Merksätze bzw. Schlagworte, setzen sich durch Rahmen und/oder Farbe vom übrigen Text ab, entweder als Teil des Textblocks oder herausgehoben positioniert. Für Ergänzungen, Erklärungen, Definitionen, Zitate usw.
Kurze, optisch herausgehobene Tipps: Von Beispielen für die praktische Umsetzung einer Sache bis zur Warnung vor möglichen Fallen.
Kurze, optisch herausgehobene Hinweise: Ähnlich wie die Tipps. Von Erklärungen über Hervorhebungen wieder bis zu möglichen Stolperfallen.
Checklisten, To-do-Listen, nächste Schritte: Fassen oft das zusammen, was der Leser als Nächstes in Angriff nehmen oder beachten soll.
Zusammenfassungen: Fassen entweder den Inhalt eines Kapitels am Kapitelende oder den Inhalt des ganzen Buches am Buchende zusammen. Überblick des Gesagten.
Schmückendes Beiwerk
Zitate: Redewendungen, überlieferte Worte von Berühmtheiten oder Ähnliches. Dienen oft zur Untermalung oder werden einem Kapitel zur Einstimmung vorangestellt. // Andere Bedeutung: Wörtliche Übernahme von Textpassagen anderer Autoren, Aussprüchen ande-rer Menschen oder Ähnliches mehr. Müssen mit der Quelle belegt werden.
Beispiele: Veranschaulichen und erklären das Gesagte. Entweder im Text eingeflochten oder als eigener Abschnitt. Gegebenenfalls auch als Zeichnung.
Definitionen: Erklären Fachbegriffe, Merksätze o. Ä. Oft optisch herausgehoben.
Interviews: Werden oft in Sachbücher eingestreut, um mehr Farbe, persönlichen Anstrich, Erfahrungsberichte, Expertenmeinungen oder Ähnliches ins Buch zu bringen.
Abbildungen
Fotos, Grafiken, Zeichnungen: Erklären, veranschaulichen, lockern auf oder erheitern. Wichtig:
Quelle angeben, gegebenenfalls Abbildungserlaubnis einholen, auf gute Qualität vor allem für den Druck achten.
Diagramme und Tabellen: Können ebenfalls erklären und anschaulicher machen. Können aber auch Zusammenhänge deutlicher machen oder helfen, Informationen zu erfassen.
Extra: Didaktische Elemente
Lernziele: Was soll der Leser aus diesem Kapitel mitnehmen, was gibt‘s zu lernen?
Aufgaben und Übungen: Anregungen, den neuen Lernstoff praktisch einzuüben; sich nicht nur passiv (lesen), sondern aktiv (tun) mit dem Gesagten beschäftigen.
Denkfragen und (Selbst-)Reflexionsfragen: Anregungen, über das Gesagte nachzudenken und das eigene Leben, Verhaltensweisen und Einstellungen unter die Lupe zu nehmen.
Quellenapparat
Fußnoten: Fremder Stoff (Text oder Abbildungen) muss nachgewiesen werden, die Ursprungsstelle bzw.
Quelle muss angegeben werden. Das geschieht in der Regel durch Fußnoten, die ebenfalls in der Regel am Ende einer Seite aufgeschlüsselt werden. Ausnahmen: am Ende eines Kapitels, eines Buchabschnitts oder des ganzen Buches. Wichtig: Fußnoten lenken vom eigentlichen Text ab, besser nur sparsam verwenden. // Andere Nutzung von Fußnoten: etwas näher erklären oder weiter ausführen, was vom eigentlichen Text wegführen würde. Alternative dazu z. B. die Text-im-Text-Kästchen.
Anmerkungen: Befinden sich entweder am Ende eines Kapitels bzw. Buchteils oder – häufiger – am Ende des Buches; sie sind Fußnoten, die nicht am Fuß einer Seite stehen. :-) Auch Endnoten genannt.
Quellenverzeichnis oder Abbildungsverzeichnis: Listet die gegebenenfalls vorher nur mit Nummern versehenen fremden Textstellen oder Abbildungen am Ende des Buches noch einmal gesondert auf. Quellenverzeichnis = alle Arten von Quellen, Abbildungsverzeichnis = nur Bilder, Fotos, Zeichnungen usw.
Literaturangaben: Weiterführende Literatur entweder als Fußnote am Fuß einer Seite, als Endnote am Ende eines Kapitels bzw. Buchteils, als Endnote am Ende des Buches oder als gesondertes Literaturverzeichnis am Ende des Buches.
Adressen und Webseiten: Auch passende bzw. weiterführende Anlaufstellen und Webseiten entweder direkt in den Text einbauen, als Fußnote oder Endnote aufführen, in einem eigenen Adressverzeichnis nennen oder dem Literaturverzeichnis voranstellen bzw. folgen lassen. Hängt auch davon ab, ob diese Adressen unmittelbar zum Text gehören, zum Beispiel zu weiterführenden Informationen führen, oder eher als Ergänzung gedacht sind.
Die letzten Seiten (Anhang)
Es gilt: Der Anhang eines Buches ist die Gelegenheit, alles das aufzuführen, was den eigentlichen Text sprengen und von ihm wegführen würde, was man dem Leser aber gern ergänzend, als zusätzlichen Service mitgeben möchte.
Dazu können erwähnte Elemente gehören wie: Anmerkungen, Quellenverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Adressen, Webseiten.
Daneben sind auch möglich:
Personenregister, Namenregister, Sachregister oder -verzeichnis: Diese Register oder Verzeichnisse listen auf: im Buch häufiger genannte und/oder wichtigere Personen (Personenregister), im Buch häufiger genannte und/oder wichtigere Personen, Orte o. Ä. (Namenregister), im Buch häufiger genannte und/oder wichtigere Inhalte/Sachverhalte. (Sachregister) Sie helfen dem Leser, diese Stellen im Buch direkt anzusteuern.
Glossar: Erklärung von wichtigen Fachbegriffen, Fremdworten oder Zusammenhängen.
Originaldokumente, statistisches Material, weiterführende Artikel: Alles, was als Beleg notwendig, zum besseren Verständnis hilfreich oder ein netter Zusatzservice ist. Tipp: Nicht ausarten lassen: Papierdruck kostet Geld und Leser zahlen in erster Linie für den Buchinhalt, nicht für den Anhang.
Danksagung: Wer hat dem Autor oder der Autorin bei seinem/ihrem Buch geholfen? Hier ist Platz, ihm oder ihr dafür zu danken. Tipp: Besser ebenfalls nicht zu umfangreich werden lassen. Gerade im US-amerikanischen Raum ist es normal, „ellenlange“ Danksagungen zu verfassen. Das ist in Deutschland nicht so üblich.
Autorenvorstellung: Wer ist der Autor oder die Autorin? Was macht er oder sie beruflich? Und was ist davon für die Leser dieses Buches interessant? So nicht schon zu Beginn des Buches genannt, ist hier Platz dafür.
Rezensionen oder Pressestimmen zum Buch: Kommt nicht so häufig vor, kann aber einen netten Eindruck machen. Ebenfalls zu Beginn des Buches oder hier im Anhang. Tipp: Besser ebenfalls nicht allzu umfangreich.
Werbung für Autor oder Verlag: Manchmal Seite mit Werbung für Dienstleistungen, Seminare usw. des Autors. Manchmal weitere Bücher des Autors oder Bücher des Verlags. Manchmal mehr zum Verlag selbst.
Es gilt: Nicht alles davon kommt in jedem Buch vor. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. :-)
Copyright Heike Thormann
Auf dieser Webseite veröffentlicht am 1.10.2026
Erstveröffentlichung 2014/16, letzte Überarbeitung 2026



















