Heike Thormann, Autorin, Lektorin, Publizistin
Heike Thormann
Autorin, Lektorin, Buchproduzentin,
Trainerin und Coach

Buchvorstellung
Anne Bernays, Pamela Painter: Was wäre, wenn. Schreibübungen für Schriftsteller. 

von Heike Thormann

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.

Schriftsteller wird man durch Lesen – und vor allem durch Schreiben. Und dazu bietet dieses Buch mit seiner Fülle an Schreibübungen reichlich Gelegenheit. Jeder Autor von Romanen und vielleicht auch von Sachbüchern findet hier viele Techniken und Anregungen, um sein Handwerk zu verbessern.

Die Schreibratgeber von bekannten Ratgeber-Autorinnen wie Natalie Goldberg und Julia Cameron liefern Übungen und Tipps sowohl rund ums Schreib-Knowhow als auch, sagen wir, Tipps, um das Leben und den Alltag eines Schriftstellers zu bestehen. 

Dieser zweite Teil fehlt beim vorliegenden Buch von Bernays und Painter. Ihre Schreibübungen wollen vor allem eines: Sie wollen dem Leser zeigen, wie man als Schriftsteller schreibt und denkt.

Das bedeutet, hier geht es zum einen um die Technik des Schreibens. Von „Anfänge setzen“ bis
„mit der (Erzähl-)Zeit umgehen“ ist so ziemlich alles vertreten. 

Und es geht zum anderen darum, wie ein Schriftsteller zu denken. Was könnte der Grund für ein Lächeln des Protagonisten sein? Wie fühlt man sich als Kind, als Greis oder in der Haut des anderen Geschlechts? Welche Möglichkeiten gibt es noch, ein bestimmtes Ereignis zu deuten?

Beides gehört gerade zum Schreiben von Belletristik und „schöngeistiger Literatur“ dazu: das schriftstellerische Handwerk wie auch das Gespür für den Menschen und seine Seele, das ewige Thema aller Romane.

Dazu haben die beiden Autorinnen, langjährige Schreibdozentinnen an Colleges und Universitäten, tief in ihre Sammlung von Übungen gegriffen. Zudem haben sie eine ganze Reihe von Schriftstellerkollegen gebeten, einzelne Themen mit „Gastbeiträgen“ zu begleiten.


Doch zum Inhalt:

Die Autorinnen halten unter anderem zu folgenden Themen Übungen parat.

Anfänge schreiben: In der Mitte anfangen, mit einem vorgegebenen Satz beginnen, wie man eine Geschichte beginnt

Notizbücher, Tagebücher und Erinnerungen schreiben: Sich selbst und seinen Hintergrund (sein Leben, seine Biografie) als Schriftsteller besser erkennen, mit Herzblut schreiben, seine Erinnerungen ausgraben

Charakterisierung: Die Figuren charakterisieren, ihre Motive, ihre Biografie und Ähnliches mehr erfassen, sie benennen, ihnen ein Milieu und soziales Umfeld mitgeben

Dialog: Die Würze der Rede oder wie klinge ich echt, Dialoge mit Handlung durchsetzen, wie erzähle ich ein Gespräch – mit Dialog oder in indirekter Rede?

Der Plot: Der Dreischritt, das Skelett, von der Situation zum Plot, was wäre wenn – wie man Geschichten entwickelt und beendet

Auflösung und letzte Bedeutung: Titel und Schlüsselworte, Tipps zur Überarbeitung

Erfindung und Verwandlung: Das Innenleben literarischer Figuren, ferne Orte, aus Erfahrungen schöpfen oder Szenen in seinen Gedanken Gestalt annehmen lassen

Techniken: Szenische Dynamik, Probleme von Zeit und Tempo, abstrakte Begriffe mit Leben füllen, Satzbau variieren, Adverbien und Adjektive streichen und so weiter

Von den Großen lernen: Sich Inspiration aus anderen Quellen holen, durch Nachahmung lernen, sich die Figuren anderer „ausleihen“, durch Lesen lernen

Eine Kurzvorstellung der „Gast-Autoren“ rundet das Buch ab.

Die Übungen selbst folgen immer demselben Schema: Zunächst gibt es eine kurze Einführung in das Thema, um den Zweck einer Übung zu verstehen. Danach folgt die Übung. Ein kurzer Hinweis zu den Lernzielen erklärt dem Leser, was er mit der Übung erreichen soll. Und ein paar Beispiele von Kursteilnehmern und/oder praktizierenden Autoren dienen der Veranschaulichung. 

Dieses Buch lebt von seinen Übungen. Es ist wenig hilfreich, es gemütlich auf dem Sofa lesen zu wollen. Wer den Stift nicht in die Hand nimmt und es selbst versucht, wird am Buch wohl weniger Freude haben. Doch wer die Ausdauer mitbringt, das Buch wirklich durchzuarbeiten, verfügt über eine solide Basis für seine ersten Gehversuche als Schriftsteller. :-)

Fazit: Alle Fiction Writer, die ihr Handwerk verbessern wollen, und alle, die erst noch davon träumen, einen Roman zu schreiben, können von diesem Buch profitieren. Und in Teilen sogar alle, die eher mit Sachbüchern unterwegs sind.

Copyright Heike Thormann

Auf dieser Webseite veröffentlicht am 3.8.2026

Erstveröffentlichung 2011, letzte Überarbeitung 2026

Auch hilfreich z. B.:

(Bei Klick auf das Bild geht's zum Buch.)

Selbstlernkurs: Kreativ schreiben lernen. Kreativ und spielerisch ins Schreiben kommen.
Selbstlernkurs: Schreiben wie ein Profi. Von der Pike auf schreiben lernen.
Selbstlernkurs: Mit Sprache spielen und Herzen berühren. Fesseln Sie Ihre Leser mit der Welt der Worte. Von Heike Thormann
Selbstlernkurs: Präzise schreiben. So bringen Sie die Dinge auf den Punkt. Von Heike Thormann
Selbstlernkurs: Bücher und Texte konzipieren. Basiswissen für Aufbau und Struktur.
Workbook: Selbstcoaching für Autoren. So machen Sie sich das Autorenleben leichter.
Lernpaket: Schreibe wie ein Profi
Lernpaket: Schreib dein Sachbuch
Lernpaket: Schreib dein Buch
Anne Bernays, Pamela Painter: Was wäre, wenn. Schreibübungen für Schriftsteller.

Anne Bernays, Pamela Painter: Was wäre, wenn. Schreibübungen für Schriftsteller. Berlin 2003 (am. Original von 1990)

(Partnerlink zu Amazon und Thalia. Dadurch bekomme ich bei einer Bestellung eine kleine Provision. Wenn Sie dem Link folgen, erfassen und speichern Amazon und Thalia Ihre Daten durch sog. Cookies. Buchcover: Verlagsfoto)

Kauf bei amazon
Kauf bei Thalia