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"So überwinden Sie Ihre Selbstzweifel"
von Heike Thormann
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Der Autor, der in der Schreibblockade zur Flasche greift, ist ein berühmtes Beispiel dafür. Doch die Selbstzweifel und Ängste, die ihn dazu treiben, suchen viele Kreative heim. Lassen Sie sich deshalb von Ihren Horrorgedanken, warum Sie etwas nicht schaffen, nicht ausknocken. :-) Hier habe ich ein paar Tipps für Sie.
Selbstzweifel sind, wie vieles, nicht grundsätzlich schlecht. Sich selbst in Frage stellen und kritisch unter die Lupe nehmen zu können, sich selbst reflektieren zu können, hilft dabei, wenn man sich weiterentwickeln möchte.
Selbstkritik als professionelle Manöverkritik ist auch Bestandteil vieler Berufe: vom 360-Grad-Feedback bei Führungskräften, das das Verhältnis zu den Mitarbeitern beurteilen hilft, bis zur Supervision bei Pädagogen, Trainern oder Coaches, die Hilfestellung bietet, um Seminare oder Coachings auszuwerten.
Aber wie alles im Leben kann man auch dies übertreiben und aus einer reflektierenden Selbstanalyse können lähmende Selbstzweifel werden. Mit der Folge, dass man sich mit seinen
Ideen nicht aus der Deckung wagt. („Was werden die anderen denken? Meine Ideen sind bestimmt nicht gut genug.“) Oder dass man den Pinsel nicht aufnimmt, seiner Berufung nicht folgt, interessante Aufträge sausenlässt und anderes mehr.
Doch was können wir tun, wenn wir uns für nicht gut genug halten, nicht an uns glauben und uns deshalb massiv behindern?
Nun, das ist wieder einer von diesen „komplexen Artikeln“, die etwas nur anreißen. Erwarten Sie deshalb bitte keine Wunder. Ich kann mögliche Selbstzweifel nicht mit ein paar Tipps beseitigen. Immerhin habe ich hier einige Anregungen für Sie. Lassen Sie sich inspirieren. :-)
Tipp 1: Suchen Sie nach den Wurzeln
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Anhänger der „suchenden Fraktion“ bin. Ich glaube daran, dass wir viele unserer Muster und Verhaltensweisen ändern können, wenn wir ihre Ursachen verstehen. Das gilt auch für Selbstzweifel. Zum Beispiel: Warum glauben Sie, dass Sie den Eventauftrag nicht erfolgreich ausführen können? Wo liegen die Ursachen?
Tipp 2: Hinterfragen Sie Ihre Selbstzweifel
Wie berechtigt sind diese Zweifel? Was spricht für sie, was gegen sie? Zum Beispiel: Wer sagt, dass Sie nicht das Zeug zum Berater haben? Haben Sie dafür objektive Beweise? Wer sagt, dass man mit 60 Jahren keinen Roman mehr schreiben oder etwas Neues lernen kann? Ist das eine erwiesene Tatsache, an der nicht zu rütteln ist?
Tipp 3: Finden Sie konkrete Gegenbeispiele
Wenn Sie schon dabei sind: Entkräften Sie Ihre Selbstzweifel gern durch Gegenbeispiele.
Etwa: Glauben Sie, dass eine Fortbildung für Sie nicht in Frage kommt, weil Sie zu alt zum Lernen sind und „was Hänschen nicht lernt, Hans nimmermehr lernt“? Und was ist mit dem Handy, mit dem Sie – nach erstem Frust – gut umgehen können? Was ist mit den immer komplizierter werdenden Autos, die Sie – trotz Ihrer 70 Jahre – ohne Probleme bedienen können? Was ist mit dem Computer, von dem Sie nicht mehr lassen können? Was ist also mit all den Dingen, die Sie trotz Ihres höheren Alters nachweislich noch gelernt haben?
Ihnen genügt das nicht? Ihre Bedenkenträger wimmern und zagen? Sie wollen noch mehr Argumente? Gut, geben Sie „Butter bei die Fische“: Legen Sie eine Liste an und schreiben Sie auf, warum Sie Ihr Ziel erreichen können. (Nicht das Gegenteil, nicht die Zweifel. Die hatten wir schon.) Strengen Sie sich an, ich will alles hören. Und los. :-)
Tipp 4: Übertragen Sie vergleichbare Erfahrungen
Sie sind noch nicht überzeugt? Sie glauben nicht daran, im Rentenalter noch eine Bibliothek gründen zu können, weil Sie ein absoluter Laie in dem Bereich sind und von Bibliotheken überhaupt keine Ahnung haben? Ihrer Meinung nach zieht das Lern-Beispiel hier nicht?
Gut, suchen Sie in dem Fall nach Gegenbeispielen aus einem anderen Bereich. Vielleicht haben Sie keine Ahnung von Büchern und Bibliotheken. Doch Sie haben erfolgreich einen Koch-Kreis gegründet und über 25 Jahre am Leben gehalten und wachsen lassen. Welche Erfahrungen können Sie aus diesem Beispiel übertragen? Was hiervon kann Ihre Überzeugung nähren, auch mit Bibliotheken fertigzuwerden?
Tipp 5: Finden Sie konkrete Lösungen
Niemand hat gesagt, dass Sie alles sofort und allein können müssen. Geben Ihre Selbstzweifel Alarm „das schaffe ich nicht“? Gut, überlegen Sie, wie oder womit oder mit wem Sie es doch schaffen können. Finden Sie konkrete Lösungen. Sie brauchen noch eine Fortbildung? Absolvieren Sie sie. Sie brauchen Hilfe? Suchen Sie sie.
Tipp 6: Entwickeln Sie einen gesunden Stolz auf Ihre Fähigkeiten
Wie üblich ist auch vieles eine Frage der Perspektive. Sie können sich für einen „Nichtskönner“ halten, weil Sie über keine vertieften Spezialkenntnisse verfügen. Oder Sie können sich als „Alleskönner“ sehen, weil Sie in vielen Bereichen zuhause sind. Es dürfte klar sein, mit welcher Perspektive Ihre Selbstzweifel dick und fett werden. :-)
Tipp 7: Sehen Sie die Sache als Wachstums- und Lernprozess
Viele Selbstzweifel dürften auch unserem unheilvollen Drang nach
Perfektion entspringen. Wenn Sie die Messlatte sehr hoch legen und zu viel von sich verlangen, brauchen Sie sich über Zweifel und Bedenken nicht zu wundern. Das Leben ist ein Lernprozess. Vielleicht erlauben Sie sich, zu wachsen?
Tipp 8: Nehmen Sie das Ergebnis gedanklich vorweg
Sie können etwas nicht schaffen, was Sie sich gedanklich nicht vorstellen können. Wenn Sie sich nicht damit sehen können, wie Sie Ihr erstes Buch in Händen halten, haben Sie oft schon verloren. Auch wenn Sie das neue Produkt nicht mit einem guten Gefühl vor Augen haben, haben Sie oft schon verloren.
Versuchen Sie deshalb, das Ergebnis gedanklich vorwegzunehmen. Malen Sie es sich so genau wie möglich aus. Lassen Sie sich von diesem Zielbild „ziehen“.
Achten Sie auch darauf, ob sich Ihr Zielbild spreizt und ziert. Ihre Selbstzweifel können auch eine Warnung sein, dass etwas noch nicht stimmt. Bessern Sie in dem Fall nach oder suchen Sie nach Lösungen.
Tipp 9: Stellen Sie Ihre Horrorgedanken ab
Ich hatte es gerade erwähnt: Unsere
Vorstellungskraft ist sehr mächtig. Im Guten wie im Bösen. Sie können Ihre Selbstzweifel mit einem positiven Bild abschwächen. Sie können sie aber auch mit einem negativen Bild verstärken.
Versuchen Sie deshalb, Ihre Horrorgedanken abzustellen. Missbrauchen Sie Ihre Vorstellungskraft nicht mit dem, was alles passieren könnte. Angst und Zweifel sind oft genug unbegründet und haben nur einen Nährboden: Ihren Kopf und Ihre Gedanken.
Tipp 10: Reden Sie darüber
Wenn Sie wüssten, wie vielen Menschen es so geht wie Ihnen ... Ich sehe es bei meinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Jeder glaubt, dass er der Einzige ist, der ein Problem hat. Alle anderen sind strahlende Erfolgstypen. :-)
Nun, das ist nicht so. Wir alle haben „Knackpunkte“ und oft sind es sogar die gleichen. Reden Sie doch darüber. Es tröstet, zu hören, dass es anderen ähnlich geht wie Ihnen selbst.
Wissen Sie, wie viele Kreative täglich von Selbstzweifeln und Schaffensängsten heimgesucht werden? Tausende. Wissen Sie, wie viele Schreibende zur Flasche greifen, um den
(schreib-)blockierenden Dämon der Angst zu besiegen? (Oder andere unschöne, selbstschädigende Dinge tun. Stephen King war kein Einzelfall.) Vermutlich ebenfalls viele, viele. Sie sind damit zumindest nicht allein.
Tipp 11: Tun Sie es einfach
Ja, ich weiß, dass „einfach“ in der Regel nicht „einfach“ ist. (Oder es zumindest nicht zu sein scheint, siehe Horrorgedanken.) Und doch habe ich selbst damit gute Erfahrungen gemacht: Wenn Sie etwas einfach tun, wird es auch oft klappen. Und selbst aus den Dingen, die nicht so gut laufen, können Sie immer noch fürs nächste Mal lernen. Sie müssen nur die Nerven haben, sich selbst zu überwinden und es zu versuchen. Versuchen Sie es. :-)
Copyright Heike Thormann
Auf dieser Webseite veröffentlicht am 13.9.2026
Erstveröffentlichung 2010, letzte Überarbeitung 2026


















